The
Working Process of the CD “Iris in Trance”
The Idea of the album came from Jean Szymczak after a studio session for
a radio play in December 2005. I worked on the material for about one
and a half years doing demos and getting feedback from Jean every now
and then. When I was ready we decided to record live in the old chamber
music hall of DDR Radio Center in Berlin. The material was recorded live
without overdubs. One guitar through effects, preparations and two samplers
into five different amps simultaneusly. A few prepared samples were used.
Some songs were shortened afterwards. We recorded the main tracks in three
days in July 2007 and two shorter ones in July 2008. The five dimensional
aspect of the music can be experienced on the DVD which is mixed using
Surround system and coming out in Spring 2009. I hope you enjoy to look
into “Iris in Trance”.
Suche nach dem blinden Fleck
Er ist ein vielseitiger Typ, der in Berlin lebende Finne Kalle Kalima.
Immer wenn er eine neue Art entdeckt, wie er die E-Gitarre spielen könnte,
gründet er eine Band und versucht herauszufinden, wie weit sie ihn
trägt. Im Soi Ensemble praktiziert er nordischen Folk, mit Johnny
La Marama wandelt er auf den Pfaden eines eklektischen Powerjazz, und
das ihn begleitende Klima-Kalima-Trio fetzt durch schroffes, grooviges
Terrain. Dass sich der 36-Jährige Wahlpankower darüber hinaus
auf die sehr viel luftigere Disziplin der Klangmalerei versteht, demonstriert
er nun auf seiner ersten Solo-Einspielung Iris in Trance (La Lune). Sie
verdankt sich einem Radiohörspiel, für das Kalima die Musik
beigesteuert und sich erstmals auf die Rolle des Illustrators eingelassen
hat. Acht Soundbilder sind in der Folge entstanden. Ihr Thema: das Sehen.
Wobei das Titelstück ebenso wie „Orbiting The Black Hole“
oder „Looking For The Blind Spot“ von der Unmöglichkeit
erzählt, das Wesentliche dieser Welt mit den Augen zu erfassen. Man
braucht andere Sinne, um das rhythmische Flackern und wimmernde Leuchten
von Kalimas Gitarre aufzunehmen. Der gefragte Instrumentalist und Sideman
von Jimi Tenor scheint sich dabei in unsichtbaren Fallstricken zu verheddern,
wenn er rätselhafte, stotternde Morsesignale in den kosmisch nachhallenden
Klangraum funkt. Immer wieder spielt er melodische Miniaturen an, doch
Songstrukturen, wie sie Bill Frisell oder David Grubbs bei ihren Alleingängen
in die Loop-Maschinerie einspeisen, finden sich kaum. Die Orientierung
ist dahin. Wie ein Blinder nach Dingen tastet, die ihm zerbrechen, greift
Kalima nach etwas, das sich in Illusionen auflöst.
(Kai Müller, Tagesspiegel 27.01.09)
See also:
www.lalune.de/html/Releases.html
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